Takeda Ryu Aiki no Jutsu

Aiki no Jutsu steht am Anfang der Lehre. Es lehrt das erste Prinzip, die Bewegung und die Atmung.

Hier wird ein tiefes Verständnis zum eigenen Körper erarbeitet. Wurf-, Hebel- und Schlagtechniken bilden das Repertoire dieser Disziplin.

Schon in alten Zeiten war Aikijutsu keine Einzeldisziplin, sondern immer mit einer anderen Disziplin des Takeda Ryu Bujutsu verbunden. Zumeist mit dem Schwertkampf ("Iaijutsu"), welcher in der Mitte des 16. Jahrhunderts dem Bogenschießen ("kyujutsu") den Rang als wichtigste Kampfkunst ablief.

Aikijutsu entstand 600 Jahre vor dem modernen Aikido. Es steht demnach in keiner direkten Verbindung mit dem modernen Aikido. Weiters sind die Zielsetzungen des Aikijutsu ("Aiki no jutsu" - wie der alte Name lautet) vollkommen andere. 

Die alten Meister, welche Aikijutsu beherrschten, sprachen immer von einer ganz besonderen Fertigkeit, welche das gesamte, dem Menschen zur Verfügung stehende Sensorium beanspruchte und nutzte. Aikijutsu ist aufgrund seines Alters daher als Wurzel und Grundlage heutiger japanischer Kampfsportarten zu sehen.

Aikijutsu steht immer am Anfang einer Bujutsu-Ausbildung, da diese Disziplin das Verständnis und die Möglichkeiten des eigenen Körpers lehren soll. Der Trainierende wird in dieser Disziplin auf persönliche Art und Weise mit sich vertraut gemacht. Körperliche und geistige Grenzen werden, unter Aufsicht des Lehrers, aufgezeigt, verstanden und überschritten. 

Der Körper an sich, absolute Kenntnis vorausgesetzt, ist nun einmal die effektivste Waffe, da man sich bei vollem Erkenntnisstand hundertprozentig auf ihn verlassen kann. Ein Schwert, ein Stock, ein Bogen können bei Überbelastung brechen. Jemand, der über seinen Körper Bescheid weiss, wird diesen nicht überanstrengen und diesen dadurch brechen. Man wird wissen, wie in Extremsituationen so mit ihm umzugehen ist, dass er nicht nur heil sondern auch siegreich aus der Konfrontation hervorgeht. 
Diese Selbsterkenntnis setzt auch das Erarbeiten mentaler Fähigkeiten voraus, da die asiatische Welt keinen Unterschied zwischen Körper und Geist macht, sondern diese als ein einheitliches Ganzes betrachtet.

Eine kurze Zusammenfassung finden Sie hier.