Takeda Ryu Nakamura Ha - AIKI NO JUTSU
- Flash ist Pflicht!
Aiki no Jutsu steht am Anfang der Lehre. Es repräsentiert das erste Prinzip.
Bewegung und Atmung stehen im Vordergrund.
Hier wird tiefes Verständnis zum eigenen Körper erarbeitet. Körperliche Grenzen werden aufgezeigt. Wurf-, Hebel- und Schlagtechniken bilden das Repertoire dieser Disziplin.
Schon in alten Zeiten war Aikijutsu keine Einzeldisziplin, sondern immer mit einer anderen Disziplin des Bujutsu verbunden. Zumeist mit dem Schwertkampf ("Iaijutsu"), welcher in der Mitte des 16. Jahrhunderts dem Bogenschießen ("kyujutsu") den Rang als wichtigste Kampfkunst ablief. Aikijutsu wird manchmal als "Sammeln und Vereinen von Kräften" betitelt, oder "Der Weg der Harmonie". In den alten Aufzeichnungen finden sich keinerlei solche Hinweise.
Fakt ist, dass schon seit mehreren Jahrzehnten über die Bedeutung des Wortes in Kampfsportkreisen diskutiert wird und bis dato keine Lösung gefunden wurde, da Aikijutsu mit dem heute weitverbreiteten Aikido gleichgestellt wird. Dieser Vergleich ist müssig, da Aikijutsu schon beinahe 600 Jahre VOR Aikido bestand. Aikijutsu ist in seiner höchsten Form Ausdruck einer geistigen Einstellung und nicht ein Repertoire verschiedenster Handkampftechniken.
Aikijutsu steht demnach in keiner direkten Verbindung mit dem modernen Aikido. Weiters sind die Zielsetzungen des Aikijutsu ("Aiki no jutsu" - wie der alte Name lautet) vollkommen andere. ![]()
Die alten Meister, welche Aikijutsu beherrschten, sprachen immer von einer ganz besonderen
Fertigkeit, welche das gesamte, dem Menschen zur Verfügung stehende Sensorium beanspruchte und nutzte. Aikijutsu ist aufgrund seines Alters daher als Wurzel und Grundlage heutiger japanischer Kampfsportarten zu sehen.
Es ist die eine der anspruchsvollsten Disziplinen der japanischen Kampfkünste (dem Bujutsu), welche erst nach vielen Jahren intensiven Trainings Fertigkeiten erarbeitet, die das Individuum als Ganzes betreffen.
Aikijutsu steht immer am Anfang einer Bujutsu-Ausbildung, da diese Disziplin das Verständnis und die Möglichkeiten des eigenen Körpers lehren soll. Der Trainierende wird in dieser Disziplin auf seine persönliche Art und Weise mit sich vertraut gemacht. Körperliche und geistige Grenzen werden, unter Aufsicht des Lehrers, aufgezeigt, verstanden und überschritten.
Der Körper an sich ist, absolute Kenntnis vorausgesetzt, nun einmal die effektivste Waffe, da man sich bei vollem Erkenntnisstand hundertprozentig auf ihn verlassen kann. Ein Schwert, ein Stock, ein Bogen können bei Überbelastung brechen. Jemand, der über seinen Körper Bescheid weiß, wird diesen nicht überanstrengen und diesen dadurch brechen. Man wird wissen, wie in Extremsituationen so mit ihm umzugehen ist, daß er nicht nur heil sondern auch siegreich aus der Konfrontation hervorgeht.
Diese Selbsterkenntnis setzt auch das Erarbeiten mentaler Fähigkeiten voraus, da die asiatische Welt keinen Unterschied zwischen Körper und Geist macht, sondern diese als ein einheitliches Ganzes betrachtet.