Takeda Ryu Nakamura Ha - IAIJUTSU
Die Königsdisziplin des Bujutsu. Das Schwert wird schon ab dem Zeitpunkt des Ziehens zum Schneiden verwendet. Gelehrt wird vor allem höchste Konzentration. Wir sind beim vierten Prinzip angelangt.
Der Ausformung des Geistes. Der Philosophie.
Der Lernende wird in dieser Disziplin hauptsächlich auf seine innersten Fähigkeiten und Eigenschaften hingewiesen und diese werden verbessert. Präziser, schneller und koordinierter Umgang mit der Waffe sind das Ziel. Auch im Iaijutsu gibt es auf höherem Niveau Wettkämpfe, welche auf großer Distanz ausgeführt werden.
Die erste Zeit wird ausschließlich mit Holzschwertern trainiert. Erst nach Erarbeitung grundlegender Koordination, wird auf das Übungsschwert ("Iaito") umgestiegen. Iaijutsu beinhaltet weiters nicht nur das Arbeiten mit einem Übungsschwert, sondern auch mit scharfer Waffe, welches aber erst nach Jahren des Trainings gestattet wird.
Iaijutsu war die erste Kampfdisziplin am Schlachtfeld und bei jeder anderen Auseinandersetzung mit Schwertern im feudalen Japan. Das Repertoire dieser Disziplin ist unendlich. Auch Sprungtechniken werden gelehrt, mit denen der Samurai in alten Zeiten die Reiter vom Pferd holte.
Äußerste Ruhe und Konzentration sind Garant für tiefe innere Erfahrung und Resultat des jahrenlangen Trainings. Dies sind die grundlegenden Voraussetzungen für den Umgang mit dem scharfen Schwert, da, angesichts der Gefährlichkeit dieser Waffe, nur der starke Geist obsiegen kann.
Das Noto
- Flash ist Pflicht!
Eine der ganz großen Spezialitäten des Takeda Ryu Nakamura Ha - Iaijutsu ist das Einstecken des Schwertes. Im japanischen "Noto" genannt. Dieses wird mit höchster Geschwindigkeit ausgeführt.
Es ist dies ein Zeichen von totaler Kontrolle über das Schwert. Außerdem konnte sich der Samurai im Ernstfall nicht zuviel Zeit mit dem Zurückstecken des Schwertes lassen, da nicht klar war von welcher Seite der nächste Angriff kam.
Takeda Ryu Nakamura Ha - Batto Giri
- Flash ist Pflicht!
Ist eine Unterdisziplin des Iaijutsu. In ihr wird mit scharfer Waffe geübt. Diese Training beginnt zwar erst ab höherem Niveau stellt aber nicht das Ende der Disziplin dar. Batto Giri ist ein weiterer Erfahrungsbereich in dem der Lernende eindringen soll. Fingerfertigkeit mit der Waffe und ein gutes Distanzgefühl sind Voraussetzung. Prinzipiell ist es keine Kunst mit einem scharfen Schwert in Wasser getränkte Strohmatten zu durchschneiden. Ich könnte Ihnen dies in zwei Minuten beibringen.
Darum geht es NICHT in dieser Disziplin.
Batto Giri zählt zu der Gruppe der Koryu Techniken. Dies sind die alten, am Schlachtfeld erprobten (= KO) Techniken (=RYU). Wir befinden uns also sehr nahe an der Realität.
Und DARUM geht es in dieser Disziplin.
Es geht darum in seiner Vorstellungskraft, seinen Geist auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Waffe ist gefährlich, sehr sogar und der Übende kann sich selbst sehr schwer verletzen. Persönliche Reife, Ruhe und Gelassenheit aber auch Zielstrebigkeit und Durchsetzungskraft sind Voraussetzungen um in dieser Disziplin weiter zu lernen.
Das Schneiden soll die Sinne schärfen. Der Geist soll werden wie scharfer Stahl. Der Körper soll weich werden wie eine Feder. Wie im ZEN.
Es geht hier also um Spiritualität und nicht um Technik. Es geht um Gefühl und nicht um Kraft.
Die Schlacht die der Übenden mit der Matte austrägt ist seine persönliche. Batto Giri kann daher nur von Leuten ausgeübt werden, die durch das jahrelange vorangegangene Training tief in ihr Innerstes eingedrungen sind. Die Selbstreflexion und Erkenntnis besitzen. Von Menschen, die sich im Griff haben. Ein Funke von Zorn kann ihnen den Finger kosten. Der Übende ist mit der Strohmatte alleine. Der Lehrer tritt in den Hintergrund.
Wie es eben in der Schlacht früher war. In einer Schlacht war der Samurai alleine. Der Lehrer, die Familie, die Freunde sind im Kampf Mann gegen Mann, auf Leben und tot, nicht da um zu helfen.

Wie fühlt man sich da? Was geht in einem vor? Wie beherrscht man seine Angst?
Darum geht es. Daher versteht es sich von selbst, dass diese Übung erst bei weit Fortgeschrittenen sinnvoll ist. Da das Schneiden der Strohmatten rein technisch nicht sehr anspruchsvoll ist, wird leider viel zu oft geglaubt, junge, unerfahrene Schüler (nach ca.10 Jahre des Trainings) könnten dies auch schon lernen. Das ist falsch.
Und wie ich in Japan erfahren und erspürt habe, geht es nach dieser Übung des Schneidens noch weiter. Es gibt auch danach noch sehr sehr viel zu lernen. Für jeden.