Soke Hisashi Nakamura

Soke Hisashi Nakamura 1932 geboren am 18.März, Präfektur Nagano, Japan. Als Kind trainierte er Judo und Kendo.
1949 Umzug nach KYUSHU
1950 Eintritt in die TAKEDA Schule unter dem 43. SOKE Oba Ichio, wo er das gesamte Bujutsu der TAKEDA-Schule lernte.
1953 wird Uchideshi (interner Schüler)
1956 Entsendung in das SEIBUDEN nach Tokyo, Zentrale der TAKEDA Schule, repräsentiert durch Oba Ichio.
1959 unerwarteter Tod von Oba Ichio.
1960 Nakamura gründet den BUDOKAI, seine eigene unabhängige Organisation
1970 Gründung der "All Japan Budo Association" dem "Nihon Sobudo Rengokai" durch Nakamura
1978 Nakamura registriert die Schule unter "Takeda Ryu Nakamura Ha"

SOKE HISASHI NAKAMURA, momentanes Oberhaupt der TAKEDA RYU NAKAMURA HA, hat die Schule maßgeblich geprägt.
1932 in SHINSHU geboren, zog er im Herbst 1949 zu seiner Tante nach NORD-KYUSHU. Am YAGURA  Berg befand sich das DOJO für TAKEDA RYU unter der Leitung von Meister OBA ICHIO, dem 43. SOKE.
Der junge Nakamura musste ein Jahr auf der Matte sitzend warten bis er von Meister Oba in die Schule aufgenommen wurde.

Nur mit Hilfe von zwei Bürgen und unter Abgabe eines halben Jahresgehalts durch einen der beiden, konnte der junge Nakamura 1950  aufgenommen werden.

Es war damals üblich Kampfkünste immer nur eine kleinen Gruppe von Menschen weiter zugeben, lebten ja die regulären Schüler beim Meister im Haus. Abseits des Trainings mussten diese alltägliche Arbeit verrichten.
Nach drei Jahren (1953) wurde NAKAMURA UCHI-DESHI ("internerOBA ICHIOs Dojo am Yagura Berg Schüler") und lebte bei Meister OBA in dessen Haus.

Meister OBA verlies danach das Dojo um nach TOKYO zu gehen, wo er das SEIBUDEN DOJO als neuen Hauptsitz der TAKEDA-Schule und den NIPPON BUDO RENREN, den Verein zur Erneuerung des Budo, gründete.

Der junge NAKAMURA blieb als Leiter des Dojo am Yagura Berg zurück. Wie er mir erzählte war es eine sehr schwere Zeit für ihn von seinem Meister getrennt zu sein. 1956 wurde aber sein Wunsch erhört und er wurde nach Tokyo beordert, da der damalige Stellvertreter Meister OBAs, Meister Moritomo, sich aufgrund familiärer Gründe aus dem aktiven Dienst verabschieden musste.

Der junge NAKAMURA war die logische Nachfolge und wurde somit offizieller Stellvertreter von Soke OBA.

der junge Nakamura1959 starb OBA unerwartet und ohne einen Nachfolger bestimmt zu haben, was selten vorkam. Regulär wird die Schule nur an Familienmitglieder vergeben. Soke OBA hatte aber keine Kinder und somit hätte er einen Nachfolger bestimmen müssen.
Nach Soke Nakamuras Erzählungen folgte nun die schlimmste Zeit in seinem Leben. Voller Trauer um seinen so plötzlich verstorbenen Meister entschloss sich der junge Nakamura in ein ZEN Kloster zu gehen. Das SEIBUDEN DOJO mußte geschlossen werden.

Nachdem Soke Nakamura von den beiden übrigen Anwärtern, Meister Moritomo und Meister Sato zur Nachfolge Soke Oba Ichios als einzig legitimer Nachfolger auserkoren wurde, stand die Inauguration als nächster Soke der Takeda Ryu an.
Im traditionellen Japan gilt nur derjenige als Soke, welcher über das „Densho“ der Schule verfügt. Das Densho ist eine Schriftrolle, auf welcher alle Geheimnisse der Schule stehen, außerdem eine Auflistung aller bis zu diesem Zeitpunkt gewesenen Oberhäupter und meistens auch noch einige von den Vorgängern verfasst Gedichte. (genauso wie im ZEN bei der Überreichung des „Inka“)

Es war die Familie von Sato welche über dieses Densho verfügte. Dies sollte bei einer Feier an den neuen Soke Nakamura übergeben werden. Mehrere Sokes andere Schulen waren anwesend, als dieses Event über die Bühne gehen sollte.
Japaner sind durchaus sehr clevere Geschäftsleute und daher witterte die Dame des Hauses in der Übergabe des Densho ein gutes Geschäft. So verlangte Sie plötzlich Geld für etwas, dass nach Aussagen aller Anwesenden, eine klare Sache sein sollte.
Wie es eben Soke Nakamura’s Art war und auch noch heute ist, warf er die gesamte Feier über den Haufen, machte klar, dass dieser Wunsch unangebracht und unehrenhaft ist, verabschiedete sich und sprach seit dem Moment nie wieder mit der Familie.

Aus dieser Geschichte bastelten einige Europäer und Japaner die Story, dass damit die Linie der Takeda Ryu Großmeister endete, da das Densho nicht übergeben wurde. Ich persönlich habe sogar von einigen Europäern gehört Sie wollten sich das Densho kaufen, um danach als legitimer Soke der Takeda Ryu zu gelten. Was für verworrene Blüten doch manchmal der Narzissmus trägt.
Natürlich ist Soke Nakamura weiter als Mitglied der Takeda Ryu Oberhäupter zu betrachten. Er hat ja schließlich nichts anderes gelernt. Sein Meister war Oba Ichio und zu dessen Lebzeiten entpuppte sich der junge Nakamura als herausragenstes Talent, wie es heutzutage wohl nur mehr in Toyoshima Sensei zu finden ist, welcher der jüngste Chuden Kyohan und Okuden Shihan in der gesamten Tradition ist. Wohl unschwer zu begreifen, wer einmal Toyoshima Sensei  „live“  gesehen hat.

Da aber Soke Nakamura nun nicht über eine offizielle amtliche Legitimation zur Nachfolge der Takeda Ryu verfügte (Densho) musste er seine Schule auf seinen Namen registrieren. Ansonsten hätte er nicht die Berechtigung und Zugang zu diversen Ämtern und auch nicht zu anderen Budo Organisationen gehabt. Sein selbstsicheres Auftreten bei dem oben besagten Event hat in aber schon damals innerhalb der Budo Kreise Japans bekannt  gemacht. So ist nach diesem damals peinlichen Abend doch etwas Gutes erwachsen nämlich, dass Soke Nakamura trotzdem, oder vielleicht genau deswegen, mit einigen anderen Meistern seine Budo Organisation gründen konnte.

Da NAKAMURA sein Leben bereits ganz dem BUDO verschrieben hatte, machte er sich selbstständig und begann 1960 mit dem Aufbau einer eigenen Organisation. Er verstand sehr schnell, dass das Überleben der Takeda Ryu nur dadurch gewährleistet werden konnte, wenn er den Schritt an die Öffentlichkeit wagte. Es mussten mehr als nur eine Handvoll Studenten unterrichtet werden.

Innerhalb von zehn Jahren und unter schwersten persönlichen Anstrengungen wurden einzelne Dojos und Vereine sowie dieSoke Hisashi Nakamura unabhängige Vereinigung "BUDOKAI" gegründet. Soke erzählte mir, dass er manchmal so arm war, dass er nichts zu essen hatte. Nebenbei verdiente er sich als Taxifahrer um sein Überleben zu sichern. 1970 wurde das BUDOKAI dann in die "Japanische Vereinigung für das gesamte Budo", "NIHON SOBUDO RENGOKAI" (NSR), mit dem Hauptsitz HONBU SOBUKAN in Tokyo umgewandelt.


1978 läßt Soke NAKAMURA seine Schule offiziell als "TAKEDA RYU NAKAMURA HA" registrieren. Erst damit war die offizielle Nachfolge der Takeda Ryu gesichert. Meister OBA hätte sich diesen Schritt bestimmt gewünscht. Soke Nakamura hält auch heute noch seinen Meister und Lehrer hoch und es ist immer eine Freude und sehr spannend Soke Nakamura bei seinen Geschichten über die alten Zeiten zuzuhören.

Soke Nakamura hat aufgrund seiner Standhaftigkeit und seiner eisernen Disziplin eine 800 Jahre alte Tradition am Leben erhalten und dafür seinen Platz in der Riege der wichtigsten Persönlichkeiten der Kampfkünste in Japan eingenommen.
Sein Name, sein Werk wird für alle Zeiten als Vorbild für alle kommenden Generationen gelten.