Takeda Ryu Nakamura Ha in Europa ist untrennbar mit einer Person verbunden.
Einer Frau.
Hier ein kleiner Auszug aus ihrem Werdegang.
Japan 1980 Sensei Monika Werhahn-Mees verschlug es am 09.06.1980 nach Japan. Nach einiger Zeit des Einlebens suchte sie eine sportliche Betätigung für ihre vier Kinder.
Ein kurzer Blick ins Telefonbuch gestaltete sich schwierig, da Sensei Werhahn-Mees nach so kurzer Zeit noch kein Japanisch sprach. Aber schon damals machte sich Sensei Werhahn-Mees Durchhaltevermögen bezahlt.
Es war (und das ist es auch heute noch) nicht leicht zu finden: Mitten in Tokio, in einer engen Gasse, gelangt man über einen Stiegenaufgang zum sogenannten Hombu Dojo (=Hauptsitz) der TAKEDA RYU NAKAMURA HA.
Täglich brachte Sensei Werhahn-Mees ihre Kinder zum Training, bis sie sich eines Tages dem Wunsch nicht mehr widersetzen konnte es ebenfalls auszuprobieren.
Ab 1983 lernte sie im Hombu Dojo unter Shihan Toyoshima. Danach folgten Jahre täglichen intensiven Trainings, der Prüfungen und Turniere, welche Sensei Monika Werhahn-Mees als erste Europäerin in einer 800 Jahre alten Geschichte bestritt.
Schon in Japan bemerkte Sensei Werhahn-Mees die Wichtigkeit der Schule.
Um sie besser bekannt zu machen, organisierte sie in den Jahren 1984 und 1985 aus eigener Tasche die ersten Aufführungen von Takeda Ryu Nakamura Ha vor Ausländern in Japan. Diese fanden in einem wunderschönen Bauernhaus mit dem Namen „Furosato“ statt.
1986 Japan: Sensei Werhahn-Mees fungiert als Übersetzerin für den ersten Besuch eines Europäers, welcher nicht in Japan lebte. (Es ist wichtig zu verstehen, dass ab den 1980er Jahren viele Europäer in Japan lebten und auch dort trainierten.) Ebenfalls der erste Österreicher besucht später in diesem Jahr Soke Nakamura. (Dr. Kurt Schöffmann, IMAF)
1987 Japan/Europa bekam Sensei Werhahn-Mees als erste europäische Frau in der Geschichte der Schule das Shoden Menkyo von Soke Nakamura verliehen.
Im selben Jahr hieß es wieder die Zelte abbrechen und zurück nach Europa reisen. Was tun, das Herz hatte sie schon an Takeda Ryu Nakamura Ha verloren?
Ihr großer Wunsch war es die Schule TAKEDA RYU NAKAMURA HA in Europa bekannt zu machen und zu lehren.
Soke Nakamura ernannte sie zur ersten weiblichen Repräsentantin und Lehrerin für TAKEDA RYU NAKAMURA HA in Europa seit Bestehen der Schule.
Mit diesem Vertrauen im Gepäck ging es zurück nach Europa, genauer gesagt nach Bridel in Luxemburg. Dort begann sie vorerst in einer Turnhalle zu unterrichten.
Ebenfalls im Spätsommer 1987 hielt Sensei Werhahn-Mees die erste europäische Präsentation von TAKEDA RYU NAKAMURA HA in Europa (in Klagenfurt / Kärnten) ab.
Ende 1987 lud sie auf eigene Kosten ALLE Meister der Schule nach Europa zu einem Seminar ein. Nach einem Fernsehauftritt in Sat1 (damals noch ein belgischer Fernsehsender) wurde Sensei Werhahn-Mees zunehmend bekannt.
Alle wollten Soke Nakamura kennenlernen.
1988 Europa/Japan folgte ein sechswöchiger Trainingsaufenthalt in Japan. Bei diesem Aufenthalt fungierte Sensei Werhahn-Mees unter anderem als Übersetzerin für diverse Interessenten aus Europa.
Ebenfalls 1988 baute Sensei Werhahn-Mees gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann ihr erstes eigenes, professionelles Dojo. Sofue Shihan leitet für die Europäische Organisation sein einziges Seminar in Europa.
Sensei Werhahn-Mees übersetzte die Briefe aller Europäer für Soke Nakamura. Ein Vorteil, da Sie sowohl japanisch, französisch und englisch spricht.
Sie half diverse Fragen zu klären und unterrichtete vor allem die österreichischen Interessenten bis diese erst viel später zum ersten Mal nach Japan zu Soke reisen durften.
In keiner der damaligen Publikationen sowohl in Buchform (dem „einzigen“ Takeda Buch) als auch im Internet findet sich aus der Zeit bis 2006 kein einziger Hinweis auf Sensei Werhahn-Mees Arbeit und Unterstützung.
Hier ein paar Beispiele (Geschichte in Europa saved 2003 (hier wird Werhahn-Mees sensei aufgeführt aber niemand weiß wer Sie ist und was Sie geleistet hat) (kleiner Nebensatz; ich habe diese Webseite damals programmiert ;-)) , der einzige Repräsentant, der „weiße Samurai“, oder hier und ebenfalls scheint es so als hätten alle anderen trainiert. Das ist wichtig, denn nachdem ich die wahre Geschichte erstmals 2004 veröffentlichte mussten wohl oder übel die anderen nachziehen. Aber bis dorthin wurde wohlweislich über dieses Thema geschwiegen.
Erst 2006 wurde Sie in einem Nebensatz erwähnt.
18 JAHRE später! Was mag das über diese Personen aussagen? Aufgrund ihres hohen persönlichen Einsatzes hat Sensei Monika Werhahn-Mees der damals noch kleinen Pflanze des TAKEDA RYU NAKAMURA HA das Überleben und sich somit einen Namen in den Annalen der Takeda Ryu gesichert.
Bis heute haben alle darüber geschwiegen, dass es Sensei Werhahn-Mees war, die ihnen den Zugang zu Soke Nakamura ermöglichte und ihren Einfluss für diese geltend machte. Sie hat die Meister aus Japan eingeladen und die Reisen bezahlt.
Aufgrund dieser Einladungen konnten die übrigen Europäer Kontakt mit Soke Nakamura herstellen bzw .vertiefen. Wer also publiziert, dass Werhahn-Mees Sensei eine rein koordinative Aufgabe in Europa hatte irrt.
November 1988 lud sie wieder Soke Nakamura und alle Meister zur Eröffnung ihres Dojos ein. Soke Nakamura nutzte dies Gelegenheit und lud mit Einverständnis von Sensei Werhahn-Mees diverse Interessenten zu diesem Event ein, es war ja ihr Dojo, ihr Heim.
1991 Ebenfalls in diesem Jahr fährt der zweite Österreicher zum ersten Mal nach Japan. (Man merke den zeitlichen Abstand zum ersten Besuch)
1992 Japan Kirby Watson besucht Soke Nakamura in Japan.
Von ihm stammt die erste Erklärung des Takeda Ryu Jukempo nach einem Interview mit Soke Nakamura.
Nachdem sich Sensei Werhahn-Mees aus gesundheitlichen Gründen aus der aktiven Laufbahn zurückziehen musste, übernahmen ihre Nachfolger die Führung in Europa. Was danach folgte, ist schnell erklärt.
Wie so oft in der Geschichte wurden auch hier bei den Repräsentanten Eigeninteressen wichtiger als die Schule. Soke Nakamura war immer darauf bedacht, den Europäern bestmögliche Rahmenbedingungen und Unterstützung zum Verständnis seiner Lehre zu geben. Dies beinhaltete auch eine gewisse Art an Vorschusslorbeeren, was die Graduierungen betraf.
Wie ich in meinem Beitrag „Von Meistern und Lehrern“ erkläre, war und ist es das heutige Verständnis der Japaner, dass ein Meister noch intensiver, disziplinierter und korrekter trainiert bzw. arbeitet, da er als Vorbild zu dienen hat.
Mit diesem Verständnis und damit die neuen europäischen Repräsentanten vor ihren eigenen Schülern nicht das Gesicht des Lehrers verlieren würden, erstattete Soke Nakamura seinen damaligen Repräsentanten Graduierungen, die in Japan Meistern höheren Niveaus zustanden, wie auf ausreichend Videomaterial dokumentiert ist.
Er tat dies um motivierend und wohlwollend zu handeln, wie es eben seine Art war und ist. Deswegen bekam der „weiße Samurai“ zum Einstand den 5.DAN in Aiki/Iai/Jo.
Der „einzige Repräsentant“ bekam ein Jahr später das Joden Shihan Zertifikat verliehen. Für beides wäre eine reguläre Trainingszeit in Japan von ungefähr 20 Jahren notwendig.
Keiner der sogenannten „Sokes“ hat JEMALS ein Turnier in Japan bestritten, noch eine Prüfung in Japan vor japanischen Meistern abgelegt. Ganz im Gegensatz zu Sensei Werhahn-Mees, welche keine Geschenke bekam und ihren Rang Stück für Stück erarbeitete.
Keiner der damaligen Repräsentanten ist heute noch in der Organisation von Soke Nakamura.
1997 Europa: der „weiße Samurai“ verläßt die Organisation von Soke Nakamura und ernennt sich selbst zum Soke seiner Richtung der Takeda Ryu. (im japanischen Videoarchiv finden sich nicht mehr als fünf Trainingseinheiten mit Soke Nakamura)
2006 Europa: der „einzige“ Repräsentant aus Österreich tritt aus der Organisation aus und ernennt sich selbst zum Soke seiner Richtung der Takeda Ryu. (im japanischen Videoarchiv finden sich nicht mehr als zehn Trainingseinheiten mit Soke Nakamura)
Alle haben sich nach weniger als 15 Jahren Trainingszeit zum Soke (=Großmeister) ihrer eigenen Stilrichtungen des Takeda Ryu gekrönt und sich öffentlich gegen Soke Nakamura, ihren einstigen Lehrer, ausgesprochen. Sie alle haben den japanischen Weg des Unterrichts nicht verstanden.
Von den 1970er Jahren an gab es regelmäßig Besuche von Ausländern bei Soke Nakamura. Aber niemand machte soviel Wind darüber. All die „Sokes“ waren demnach nicht die Ersten und auch nicht die Letzten.
Spannend ist auch für alle Interessenten zu erfahren, dass KEINER der „Sokes“ ein eigenes Dojo hat. (und dass schon seit sehr langer Zeit)
Regelmäßige Praxis, gemäß der japanischen Lehre scheint nicht mehr notwendig.
Ich werde oft gefragt, was denn der Unterschied dieser Stilrichtungen zur Schule von Soke Nakamura sei.
Aber zurück zur Geschichte Sensei Werhahn-Mees, um die es hier ja schließlich geht.
Ich traf Sensei Werhahn-Mees das erste Mal 1999 bei einer Aufführung in Belgien. Soke Nakamura und alle Meister waren ebenfalls anwesend.
Damals hatte ich, wie konnte es auch anders sein, noch nichts von Monika und ihren Taten gehört. Bis ich sie schließlich selbst fragen konnte.
Nicht nur war die Information sehr neu für mich, sofort war ich von dem zarten Auftreten von Sensei Werhahn-Mees tief beeindruckt. Nach zahlreichen Reisen nach Düsseldorf, wo Sensei Werhahn-Mees damals wohnte, hatte ich das Privileg, Sensei Werhahn-Mees als enge Freundin kennen zu lernen.
Noch damals unterstützte sie die Schule in Europa finanziell, merkte aber zunehmend, dass die Richtung nicht die ihre war.
Ich bekam damals die andere Seite aller Geschichten von Europäern erzählt und fand somit heraus, dass in vielem bewusst die Unwahrheit verbreitet wurde. Damit wurde ich zur Gefahr der sogenannten „Meister“, die nachweislich nie welche waren.
2002 zog sich Sensei Werhahn-Mees für immer aus dem Takeda Ryu zurück und widmete sich ihre anderen Leidenschaft, dem Qi Gong und Tai Chi, worin sie heute Meisterin ist. Als Abschiedsgeschenk hat mir Sensei Werhahn-Mees die Matten ihres ersten Dojo in Europa für die Eröffnung meines ersten professionellen Dojos in Europa nach ihrer Ära überlassen.
Ganz im Sinne des Bujutsu von einer Generation zur nächsten. Sie betreten also geschichtsträchtigen Boden, wenn Sie im Budo-Institut trainieren. Wer über die Takeda Ryu in Europa redet muss unweigerlich die Taten von Sensei Werhahn-Mees berücksichtigen.
Abschließend zu den sogenannten Meistern. Es mutet ein wenig seltsam an, dass ausgewachsene Männer einen Universalanspruch an Soke stellten. Jeder wollte der EINZIGE sein.
Jeder führte Soke als großen Meister vor sich her, um sich in dessen Licht besser darzustellen. Jeder wollte nur „SEINEN“ Soke haben.
Aber „Papa“ Soke lies das nicht zu. Warum auch?
Es war und ist das Ziel von Soke Nakamura seine Schule weltweit bekannt zu machen. Diese nur einem zu überlassen wäre daher kontraproduktiv.
Es wurden Gerichte eingeschaltet, es wurde Anwälte bemüht. Einzig und allein um seinen persönlichen Status zu manifestieren. Um die Schule und um das Takeda Ryu ging es schon lange nicht mehr. Als „Papa“ Soke aber auf keine Forderungen mehr eingehen wollte, wurde sogar versucht ihn rechtlich zu erpressen. Das war der Moment als sich Soke Nakamura von Europa abwenden musste, um Schaden von Japan abzuhalten.
Mit dem Jahr 2000 brach Soke Nakamura alle Kontakte mit Europa ab. Alle neuen „Sokes“ berufen sich in ihren Geschichten auf die Ausbildung von Soke Nakamura und tragen auch dessen Lehrertitel obwohl ,wie oben bereits erwähnt, keiner von ihnen jemals eine Prüfung abgelegt hat.
Frägt man nach deren Qualifikationen wird mit Zertifikaten ANDERER Schulen und Stile herumgewedelt. Was hat das mit Takeda Ryu zu tun?
Man ist offensichtlich der Meinung eine Graduierung in einer anderen Kampfsportart reiche aus, um im Takeda Ryu zu reüssieren.
Obwohl in den vorgewiesenen Zertifikaten keine der Waffendisziplinen und kein Kempo gelernt wurde. Dass dies nicht stimmen kann leuchtet jedem ein. Vor allem denjenigen, die seit Jahren im Budo Institut trainieren und vorher Anderes gemacht haben.
Vergleiche mit dem Takeda Ryu von Soke Nakamura sind nicht möglich. Das System des Erlernens, des japanischen Zugangs sind zu verschieden. Der holistische Zugang im Takeda Ryu Nakamura Ha ist einzigartig und ohne dem Erlernen aller Disziplinen über Jahrzehnte hinweg unmöglich zu verinnerlichen.
Erst 2006 mit Hilfe von Toyoshima Sensei und mir konnte Soke wieder dazu gebracht werden ein wenig nachzugeben. Ich unterstützte Soke Nakamura im finden der notwendigen rechtlichen Strukturen, die beide Seiten absicherten.
Ab 2008 wurde die internationale Organisation für Takeda Ryu neu aufgebaut und aufgestellt. Ich werde weiterforschen, denn die Wahrheit kommt immer ans Licht. Früher oder Später. Zahlreiche Reisen nach Japan zu den Meistern haben mich gelehrt, dass Vergleiche hinken, wenn Sie nicht auf derselben Basis stehen.
Mehr als ein Jahrzehnt täglichen Trainings (25 Stunden pro Woche),
45 Jahre tägliches Training und unterrichten im Hombu Dojo. (Toyoshima)
60 Jahre tägliches Unterrichten als Soke.
Gegenüber 4-6 Stunden die Woche, mit zwei Monaten Trainingspause wegen eines geschlossenen Turnsaals. „Sokes“ die keine eigenen Dojos haben und nicht täglich trainieren und unterrichten. Und das schon seit Jahrzehnten.
Ehrlich jetzt?