Wenn wir etwas Gutes essen wollen, dann gehen wir in ein Restaurant, von dem wir wissen, dass der Koch Meister seines Faches ist.
Wir wollen nicht von einem seiner Schüler bekocht werden, wir wollen von ihm selbst bekocht werden.
Wenn wir in ein Museum gehen, dann wollen wir einen echten da Vinci sehen und nicht ein Bild eines seiner Schüler.
Wenn wir einen französischen Rotwein trinken wollen, dann muss er aus Frankreich kommen und nicht aus einem anderen Land.
Wenn wir richtige Spaghetti essen wollen, dann kommen wir um italienische nicht herum.
Wenn wir und Schuhe kaufen gehen, dann wissen wir wofür und wozu wir diese Schuhe brauchen werden.
Wir alle wissen was wir wollen.
Wir alle haben eine Vorstellung von dem was wir als Qualität festlegen.
Und wir suchen in vielen Bereichen nach genau dem Besten.
Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass viele viele Menschen Kampfkunst lernen wollen, aber nicht wissen wie oder wem Sie vertrauen können.
Und dabei haben Sie alle vollkommen recht.
DENN, die Erfahrung, die wir alle am öftesten in unserem Leben machen, ist die der Enttäuschung.
Wir sind alle all zu oft enttäuscht worden. Haben Zetteln, Zertifikaten, Artikeln in Zeitungen geglaubt, haben unsere Erwartungen darauf ausgerichtet, um dann enttäuscht zu werden.
Wir sind viel vorsichtiger geworden. Und in dieser Vorsicht haben wir unbemerkt unseren Anspruch immer weiter nach unten geschraubt, sodaß er nicht mehr enttäuscht werden kann.
Das Internet ist momentan der Einstiegspunkt, Wir suchen dort und finden nichts.
Zu viel Information, zu viel davon „Fake“ und Selbstdarstellung.
Vielleicht eine kleine Hilfe dabei. Ihr wollt bei einem „Meister“ lernen, dann sollte sich dieser doch eigentlich euch vorstellen. Oder?
Schaut euch Videos von denen an, mit denen ihr auch zu tun haben werdet.
Weil ich selbst in der ähnlichen Situation war weiß ich wovon ich rede.
Es tauchen bei nahezu allen sogenannten „Meistern“ Bilder und Videos ausschließlich von irgendwelchen Schülern auf.
Die machen ihre Sache wirklich wirklich gut, und merken dabei gar nicht, dass sie das Können ihres Lehrers bei weitem übertreffen. Es ist dann nur mehr die Hierarchie, die es ihnen nicht gestattet einfach deren Platz einzunehmen.
Als ich noch sehr jung war und offensichtlich Talent für diese Sache hatte, merkte ich gar nicht, dass ich ständig derjenige war, der gefragt wurde wie etwas ginge und nicht der Lehrer.
Zu jung und zu überheblich zu registrieren, dass hier etwas nicht stimmen kann, fühlte ich mich wunderbar.
Und mich dann im Internet oder auf der Bühne zu sehen, Dinge machend, die weder der „Meister“ noch der „Lehrer“ konnten, bliesen mich noch mehr auf.
Aber im Grunde war alles sinnlos.
Irgendwann ist es dann auch jedem aufgefallen und damit war klar was als nächstes folgte.
Wir alle kennen das.
Ständige Steine im Weg, ständiges Ausbessern und ständige Benimm-Dich-Regeln.
Warum soll es ihnen dann nicht auch so gehen, wenn Sie in eine Schule gehen und merken Sie haben Talent dazu?
Wenn Sie ausschließlich auf Information über einen Schüler und nicht auf Information über den Lehrer selbst abgestellt haben, dann wiederholen Sie meinen Fehler.
Und ja, das gilt nicht nur für Kampfsport, Kampfkunst das gilt für das gesamte Leben!
Egal was Sie lernen wollen, schauen Sie sich zuerst den Schmied an und nicht den „Schmiedl.“
Reden Sie mit den „Besten“ der Besten, Fragen Sie die „Größten“ der Größten.
Aber noch viel besser schauen Sie sich an.
Dann ergibt sich alles von selbst.

