Seit mehr als drei Jahrzehnten betreibe ich täglich diese großartige Kampfkunst Japans. Und seit mehr als drei Jahrzehnten ist mir nie langweilig dabei geworden. Takeda Ryu Bujutsu hat so viel zu bieten, dass es unmöglich ist jemals auszulernen.
Takeda Ryu Bujutsu ist eine Kampfkunst. Ein Gefäß mit unterschiedlichen Disziplinen, Strategien und Lehren. Bujutsu heißt wörtlich übersetzt „Kampf-kunst“ und stellt damit auch gleich seinen Anspruch klar. Kunst.
Ich verstehe Kunst als Tätigkeit des Körpers. Als Fähigkeit, mit dem Körper zur geistigen Reife zu gelangen. Zu sich selbst zu gelangen.
Das höre ich oft. Aber wenn ich bedenke, dass ich das einzige professionelle Dojo, das ausschließlich Takeda Ryu unterrichtet, in Europa bin, dann ja, der Einzige. Und das mit Stolz. Wer zusätzlich zu Takeda Ryu noch andere Disziplinen unterrichtet, verfälscht für mich die Tradition. So, als könnte ein Spitzenkoch gleichzeitig Profifußballer sein.
Nach 15 Jahren in der Privatwirtschaft, nebenbei habe ich täglich trainiert, entschloss ich mich mein Hobby zu meinem Beruf zu machen. Ich kündigte und mit der Abfertigung startete ich Versuch Nummer eins. Ich hatte große Unterstützung von meiner damaligen Lebensgefährtin.
Während andere immer darüber sprachen ein zentrales Dojo aufzumachen, habe ich es umgesetzt. Es steht außer Zweifel, dass nur jemand der täglich mehrere Stunden seine Arbeit erledigt, darin gut werden kann. Das leuchtet jedem ein.
Ansatzweise. Mein Meister, Toyoshima Sensei, selbst Profi seit mehr als 50 Jahren, spricht perfekt Englisch. Wenn ich bei Ihm bin wird Japanisch geübt. Ich komme auf Reisen ohne weiteres durch. Zum Lesen der alten Aufzeichnungen auf Schriftrollen, reicht es leider nicht. Aber ich bleibe dran. Sie auch?
Das ist richtig. In einer von diesen habe ich vor 30 Jahren angefangen. Diese Schulen haben keinen Kontakt nach Japan. Diese wurden vor langer Zeit gekappt. Wenn Sie sich die Geschichte dieser Vereine ansehen, dann werden Sie bemerken, dass sich die Gründer selbst zu Oberhäuptern ihrer eigenen Schulen erklärt haben. Dagegen spricht nichts, das ist, im Gegensatz zu Japan, in Europa erlaubt, da man keinen Befähigungsnachweis vorbringen muss, um sich selbst zum Oberhaupt einer eigenen Schule zu erklären.
In Japan gibt es dafür ein Gremium, das von allen anderen Schulen besetzt wird. Ich vergleiche es immer mit dem Begriff „Cola“. Es gibt unzählige verschiedene Cola-Arten, aber nur ein Original. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, nur über den Schlechten.