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… über altes Wissen

Embodiment ist das neue alte Schlagwort in der neuronalen Forschung dieser Jahre.

Es meint, dass unser Köper nicht ausschließlich auf rationale Eindrücke reagiert sondern eben auch auf die Eindrücke des Körpers.
Kahnemann schreibt in seinem Bestseller, dass er Testpersonen einen Bleistift in den Mund gesteckt hat.
Ist dieser quer im Mund so verzieht sich das Gesicht zu einer Art Lächeln.
Steckt man sich den Bleistift der Länge nach in den Mund so formt der Mund einen Kreis und das Gesicht macht eher den Eindruck von Verwunderung oder Angst.
Diejenigen mit einer Art Lächeln bewerteten im anschließenden Test eine Situation signifikant positiver.
Was damit gemeint ist, ist die Tatsache, dass Körperhaltung, Körpereindrücke auch dafür zuständig sind, wie wir uns fühlen.

Für jemanden wie mich ist diese „Neuigkeit“ ein alter Hut.
Zumal die Chinesen vor mehr als viertausend Jahren ihre Medizin, Philosophie und ihre Art des Lebens auf dieser Erkenntnis aufbauten.
Diese Lebensform wurde danach weltweit kopiert.

Dass die Japaner in alten Häusern am Boden lebten hatte nicht nur ausschließlich aber dennoch auch damit zu tun, als dass der Körper in diesem Sitzen zur Aufrichtigkeit gezwungen wurde.

Im ZEN sind die ersten Jahre ausschließlich dafür reserviert aufrecht zu sitzen.
Es ist dieser aufrechte Körper, der den Geist beruhigt und nicht ein Gedanke an Ruhe in unserem Kopf.

Der westliche Mensch hatte nie die Möglichkeit diese Erfahrung zu machen.
Vielleicht einige Mönche in ihren Exerzitien. Aber diese maßen ihrem Körper angesichts der Allmacht Gottes keine Wichtigkeit zu.
Seit Jahrzehnten schreibe, unterrichte und lehre die aufrechte Haltung.
Bei richtigen chinesischen Medizinern ist es nicht notwendig zu sprechen. Alleine die Körperhaltung bei der Begrüßung hin bis zum Niederlegen auf der Behandlungsliege sprechen Bände über den Zustand des Patienten.

Aber aufrechte Haltung ist anstrengend.
Daran zu arbeiten aufrecht zu bleiben ist wahrscheinlich genau so schwierig, wie bei mir zu trainieren zu beginnen.
Anstrengung ist etwas, das wir nicht mögen in dieser schnellen, anstrengenden Zeit.

Wir sind ausgelaugt, wir sind müde und wir sind lustlos. Vielen fühlen sich vom Leben getrieben.
Was wenige realisieren ist, dass diese Gefühle und Eindrücke deswegen entstehen weil eben NICHT trainiert, an der aufrechten Haltung, am Körpergefühl gearbeitet wird.

Es ist nun einmal ein Faktum, dass ein untrainierter, unbeachteter, nicht selbst geschätzter Körper lethargisch wird.
Jedem leuchtet ein, dass ein Pferd, dass nicht bewegt wird, unruhig, aggressiv und krank wird.
Wir sollen uns nicht mit Tieren vergleichen, aber es sollte uns auffallen, dass wir auch nach dem Muster ticken.

Es wird einigen nicht gefallen, weil es eben nur diesen einen Weg gibt, dass nur Bewegung unserem Gemüt hilft positiv zu werden.

Regelmäßig, beständig und ausdauernd.
Mittlerweile ist auch im Westen die Erkenntnis angekommen, dass darüber zu sinnieren keine Lösung ist.
Denken Sie darüber nach, dass Sie, weil Sie Probleme mit ihrem Geist haben zu jemanden gehen, der ihren Geist anstrengt damit Sie ihren angestrengten Geist heilen.
Denken Sie darüber nach, dass auf der Couch zu sitzen und zu wissen eh etwas machen zu müssen nicht ausreicht, um es tatsächlich zu machen.

Was die Meisterschaft in Kampfkünsten betrifft so ist es wie überall, wenn es um Kunst geht.
Das besprochene Konzept ist rational auch für einen Vierjährigen verständlich.
Es ist also nicht „Rocket-science“
Daher reden viele, wenn der Tag lang ist.
Wissen Sie was? Schauen Sie sich deren Haltung an!

Mit schwerem Übergewicht und einem nach vorne gestreckten Nacken, mit beiden Schultern nicht auf derselben Höhe, mit Köpfen, die sich bei jedem Schritt hin und her bewegen, wie das Pendel einer Uhr.
Mit der Geschwindigkeit einer Schnecke, mit Bewegungen aus purer Kraft, mit fahlen, weißen Gesichtern lasse ich mir nicht erklären, wie Kampfkunst funktioniert, wie irgendetwas funktioniert.

Ich gebe es zu ich bin verwöhnt.
Soke zeigte seine Schule vor bis er 80 war. Er rollte und machte Techniken in diesem hohen Alter.
Mein Meister Toyoshima ist nun 60, begann mit 19 Takeda Ryu und unterrichtet noch immer jeden Tag.
Und wenn er vorzeigt hält er locker mit seinen jungen Schülern mit.

Ja aber….denkt jetzt mancher, ich bin keine 19 Jahre mehr und warum soll ich jetzt mit 35, 40 damit anfangen?
Warum nicht?
Haben Sie etwas Besseres vor?

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