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… über Peter und Paul

Es ist nichts Alltägliches.
Es ist etwas Neues.
Und es wird noch lange so bleiben.
Das Flüchtlingsdrama in Westeuropa.

Ich selbst helfe und bin sehr froh, daß so Viele andere Menschen ebenfalls helfen.
Menschen helfen Menschen.
Und so oft in letzter Zeit über „Menschen helfen MENSCHEN“  gesprochen wird, möchte ich heute über
MENSCHEN helfen Menschen“ sprechen.

Nur in einer so vernetzten Welt wie heute ist solche Spontanhilfe überhaupt möglich.
Wenn Großunternehmen via Social Media darüber informieren WAS, WO und WIEVIEL noch benötigt wird,
wenn Facebook und Co die eigentliche Verteilung übernommen haben, dann muss man zugeben, dass ohne diese technischen Möglichkeiten solch eine Art von Hilfe nicht möglich wäre.

Deswegen muss es auch egal sein, ob es,  wegen der social media hipp geworden ist zu helfen, oder ob es eine reine Selbstdarstellung, oder ob es eben wie so oft, auch wirklich ernst gemeinte Hilfe ist, denn eines steht fest, es wird geholfen.
Der Grund warum geholfen wird ist zweitrangig, denn es ist eine Ausnahmesituation.

Was mir aber dennoch in letzter Zeit auffällt ist ein Messen in zweierlei Maß, welches heikel anzusprechen ist.
Ich wage aber dennoch den Versuch.

Aufmerksam wurde ich durch eine Ansage, welche mich erstaunen, aber auch nachdenken ließ.
Die Diskussion entbrannte wegen der absichtlichen Rechtsverletzungen in einem fremden Land, um Flüchtlinge über die Grenze zu schaffen.
Wenn ein Österreicher in Österreich österreichisches Recht bricht, um einen Flüchtling zu helfen, dann werde ich diesen nach Besten Wissen und Gewissen unterstützen und versuchen zu helfen.
Wenn ein Österreicher in ein fremdes Land fährt, um dort das Recht zu brechen, dann hört sich für mich der Spaß auf. (Man bedenke nur die Reaktionen, wenn ein Ausländer in Österreich Recht bricht)

Warum?

Wühlt man sich durch die Millionen Postings auf Facebook und Co., stößt man immer wieder auf Gedanken,  die in etwa so klingen:
– ich bin wieder stolz Österreicher zu sein
– daß Polizisten Flüchtlingen helfen macht mich paff
– daß couragierte Bürger Flüchtlinge aufnehmen, hätte ich mir nicht gedacht
– daß ein privater Aufruf zu einer Demo über 20000 Menschen bringt ist phänomenal
oder auch
– wenn Du nicht hilfst, dann bist Du ein schlechter Mensch
– wenn Du nicht zustimmst, daß Gesetzesbruch legitim ist, dann musst Du ja nicht helfen
– wenn Du der Meinung bist, die Minister agieren richtig, dann verstehst Du von der Sache nichts

Mir fällt unweigerlich das deutsche Sprichwort ein: „Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter als über Paul“

Jetzt frage ich euch:
Seid ihr ehrlich diese Österreicher, die nicht an ihr eigenes Land glauben?
In welcher Vorstellung lebt ihr, dass alle Polizisten Unmenschen sind und nicht helfen würden?
Warum meint ihr, dass es keine couragierten Menschen gibt, die ohne eurem Wissen helfen?
Ist eure persönliche Meinung tatsächlich, dass die Teilnahme an einer Demonstration, die IHR NICHT organisiert habt, so etwas Außergewöhnliches ist?
Sind plötzlich alle, die ANDERS helfen, schlechte Menschen? (Erwähnt seien der Vollständigkeit halber die ganzen Promis, die via social media ständig Bilder engagierter Menschen posten, aber selbst noch nie in Traiskirchen waren)

In welcher Welt befindet ihr euch eigentlich?
In einer sehr eindimensionalen.
Und damit wird es offenbar.
Es scheint manchmal (<= ACHTUNG PROVOKATION ), daß derjenige, dem geholfen wird, ein besserer Mensch zu sein scheint, als derjenige, der hilft.

ZEN baut auf Selbstschau auf. Man sagt, das Wichtigste im Leben ist zu wissen WER man sei.
Wie ich schon vorher sagte, warum den Flüchtlingen geholfen wird ist letztendlich in so einer außergewöhnlichen Situation egal.
Aber auch diese wird vorüber gehen und WAS DANN?

Dann teilen wir wieder die Welt in Freund und Feind ein?
Dann sind wieder alle mit anderer Meinung SCHLECHTE Menschen?

Sind das nicht genau die Zustände, welche Völkerwanderungen auslösen?

NEIN, denn mein Österreich ist ein gutes Land.
Die Menschen lernen dort täglich über sich selbst.
Können mit einer gewissen Distanz Probleme lösen und mit ihren Mitmenschen in höflicher Art und Weise kommunizieren.
In meinem Österreich steht Verständnis ganz oben.
Und in meinem Österreich zählt das Zusammen mehr als das Auseinander.

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