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… über das WIE im Kampf

 

Heutzutage verschanzen sich viele hinter dem „WEG“ – „DO“ , um so der Herausforderung eines Kampfes zu entgehen.
Andere wiederum verstehen sich als „wahre“ Kämpfer, indem sie mit unbeherrschter Kraft und Gewalt gegeneinander vorgehen. Dort herrscht auch im Kopf das achteckige Denken von Kondition, Kraft und Gewalt.
Wer länger durchhält, mehr Schmerzen ertragen kann und das wenigste Gewissen hat wird als Kämpfer gefeiert.
Die einen offenbaren sich als meditative Feiglinge während die anderen zum animalischen Urinstinkt zurückkehren.

Beides hat mit dem japanischen Begriff der Kampf-kunst nichts zu tun.

Der wohl größte Unterschied zum westlichen Verständnis liegt nicht im Siegen sondern in der Art WIE gesiegt wird.
Wettkämpfen in der Takeda Ryu kommt ein besonderer Stellenwert zu.
Alles in der Takeda Ryu kann mit der ART des Handelns begriffen werden. Natürlich ist Siegen ein Aspekt. Ich erinnere mich an meinen Meister, der mit sich unzufrieden war, weil er nicht so siegte, wie er es sich vorgestellt hatte.

Wie solche Eigenschaften lernen? Die alten Samurai fanden einen Weg.

Kämpfen soll genauso gelernt werden wie das Atmen, das Kochen, das Lesen, das Schreiben, wie alles eben. Und darin liegt die Stärke in der Takeda Ryu. Aufgrund des Alters dieser Schule hat sich ein Übungspfad herauskristallisiert, der erprobt, verworfen, neu gestaltet, wieder erprobt und so weiter wurde. Alles unter der Fragestellung „Was ist der beste Sieg?“

Der hier gezeigte Wettkampf ist der erste im Aikinojutsu. Es gibt einen Angreifer und einen Verteidiger.
Der Angreifer übt Distanzgefühl, Rationalität in der Bewegung und das Fallen.
Der Verteidiger lernt Reaktion, geistige Ruhe und erprobt nun erstmals sein Know How.
Die Angriffe sind vorerst limitiert.
So werden die geistigen und psychischen Erfahrungen gemacht, die notwendig sind die Techniken immer mehr zu verfeinern.

Jedem der Übenden ist klar, dass diese Techniken noch nicht im Ernstfall funktionieren würden. Soweit sind wir noch nicht.

Im ersten Wettkampf steht noch nicht ausschließlich die Technik im Vordergrund. Es ist die Person selbst.
So beginnt alles in den japanischen Künsten.

Wir kümmern uns zuerst um die Person. Erst danach um deren Handlung. Und am Schluss um das Resultat der Handlung.
Denn dann sind wir beim WIE angekommen. Wie man am besten siegt zeigt sich ausschließlich am Resultat.

Die gelernten Techniken funktionieren erst später, denn zur Technik gehört mehr als den Ablauf der Bewegungen zu imitieren. Es gehört ein großes Maß an Gefühl, an Erkenntnis und an Sicherheit dazu. Keine Kraft.

Alle Theorie vom Kämpfen zeigt sich im Resultat. Nicht im Weg dorthin.
Alles andere ist Sport.

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